Aus dem Hunger nach Milch von Mama gierte ich schnell nach anderen Möglichkeiten mir die Welt einzuverleiben. Und genauso macht es der Großteil des humanen Superorganismus Mensch. Mit der Kraft von über sieben Milliarden Individuen – um jetzt brav gender-konform zu bleiben – haben wir es geschafft die Welt mit Konsumgütern zu überschwemmen. Jetzt bitte nicht wegrennen, falls Du es satt haben solltest, dir die einhundertelfzigste Moralpredigt einverleiben zu müssen! Es geht in diesem kleinen Schreiben viel mehr um die Magie unserer geliebten Nahrung.

Sieh Deinen prachtvollen Körper einfach als multifunktionalen Palast, betrieben von vielen, kleinen Dienern. Das Ding an unseren Palästen ist jedoch – wir müssen stetig dafür sorgen, dass wir frische Bausteine erhalten. Bausteine erhalten wir, indem wir uns das ganze – zuvor schon beschriebene – Zeugs rein stopfen. Es handelt sich natürlich nicht allein um Essen, aber es macht am meisten Spaß darüber zu sprechen, weil Essen eben einfach lecker ist – oder es zumindest sein sollte. Auf dem menschlichen Speiseplan hat Fleisch eine besondere Rolle. Die einen lieben es und manche verteufeln es. Dabei ist es sogar egal, ob es sich um tierisches Fleisch oder Fruchtfleisch handelt… oder das Fleisch von deiner Lieblingstomate – die Fleischeslust pulsierte noch nie auf diese polarisierende Weise, wie sie es heute tut!

Kommen wir jetzt aber zurück zu den Bausteinen für unseren Palast! Aufmerksamen Beobachtern mag es aufgefallen sein, dass ein Gebäude aus sprödem oder matschigem Material nur solange hält, wie es die äußeren Zustände zulassen. Je weniger Qualität unsere Steine aufweisen, desto abhängiger sind wir also davon, dass keine Erreger oder andere Störenfriede uns bombardieren – wie diese großen, brennenden Katapultgeschosse aus Fantasyfilmen! Und selbst etwas wie Wind und Wetter lässt sich nicht einfach abschalten. Deshalb finde ich – und das ist wirklich eine völlig eigene Entscheidung und meine Meinung – ist es doch eigentlich ratsam, die eigenen Thronsäle und Türmchen nur aus den besten Steinchen zu erbauen – und dabei keinesfalls zu vergessen, auf welchem Grund wir alles errichtet haben.

Müssen wir jetzt also alle Veganer werden und alles dämonisieren, was die Erde und unseren Körper vergiften könnte? Mit Nichten, außer wir wollen noch verrückter werden, als wir ohnehin alle schon sind. Es geht vielmehr um eine genauere Beobachtung der Umstände. Was möchte ich wirklich essen und was wird mir von Reklametafeln, Wissenschaftlern und Werbeslogans eingehämmert? Vielleicht ist es ja tatsächlich besser das eine Fleisch zu streichen und das andere mehr in den Speiseplan mit einzubauen. Denn: Jeder Palast kann wunderschön sein – jedoch nur dann, wenn wir auch das gute Fleisch zu unserer weiteren Befruchtung anschaffen!